Vom Aussenraum zum Innenraum, Kunstverein KunstHaus Potsdam e.V.     2014,

Florian Baudrexel, Anki Del Negro, Larissa Fassler, Sabine Hornig, Karsten Konrad, Manfred Pernice, Felix Schramm, Kamen Stoyanov, Thomas Struth, Kon Trubkovich

Zehn Künstlerinnen und Künstler zeigen Arbeiten zu den Themen Stadtraum und Architektur. Darunter sind riesige, selbst entworfenen Baupläne von Larissa Fassler (geboren 1975 in Vancouver), in denen sie die Bausünden von Berliner Hochhaussiedlungen rund um die U-Bahnstation Kottbusser Tor aufs Korn nimmt. Mit ihren Kommentaren wie „Hier Polizeieinsatz“, „Bierpreise“ oder „Punk-Treff“ entsteht ein Psychogramm des heruntergekommenen Wohnkomplexes mitten in der Stadt.

Doch auch am Rand deutscher Städte gibt es trostlose Architektur. Thomas Struth, der als einer der bekanntesten Fotografen der Becherschule gilt, hat mit seiner Kamera westdeutsche Tristesse in Form von gesichtslosen Mehrfamilienhäusern in Leverkusen eingefangen. Manfred Pernice dagegen arbeitet mit einfachen Materialien aus Baumärkten und Fundstücken von Baustellen. Seine Installation „Hässliche Luise“ (2004) war einst Teil eines Klettergerüstes von einem längst abgerissenen Spielplatz in Ost-Berlin. Auch Sabine Hornig setzt sich mit Ostberliner Architektur auseinander. In ihren Skulpturen und Fotografien stehen Gebäudeteile wie Fenster, Türen und menschenleere Eingangshallen im Zentrum. In ihrer scheinbar rein dokumentarischen Fotografie irritiert Hornig mit Spiegelungen, Schmutz und Kratzspuren auf den Fensterscheiben: innen und außen wechseln ständig vor dem Auge des Betrachters. Eine von Hornigs großformatigen Arbeiten, die auch das Motiv unserer Einladungskarte ist, hängt im Rahmen der Ausstellung „Vom Aussenraum zum Innenraum“ jetzt im Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte. Alle gezeigten Arbeiten sind aus der Kunstsammlung Peters-Messer.

„Kunst hat mich schon früh begeistert“, erzählt Florian Peters-Messer. Anfang der neunziger Jahre habe er die ersten Papierarbeiten von Gegenwartskünstlern erworben. Der in Nordrhein-Westfalen lebende Betriebswirt sammelt seit rund 20 Jahren Kunst. Schwerpunkte seiner hochkarätigen Sammlung sind politische und gesellschaftskritische Arbeiten, die in der Zeit von 1995 bis 2010 entstanden sind, vor allem aus den Bereichen Installation und Video.

Bisher gab es kaum eine Möglichkeit die Sammlung Peters-Messer zu sehen. Mit der Ausstellung „Vom Aussenraum zum Innenraum“ wird zum ersten Mal ein Themenschwerpunkt unter dem künstlerischen Fokus des Stadtraums in Potsdam präsentiert. Die Konzeptidee ging vom Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte aus, das mit dem Kunstverein KunstHaus Potsdam e.V. die Ausstellung in Kooperation entwickelte. Wir laden Sie herzlich zur Eröffnung unserer Ausstellung ein und freuen uns auf Ihren Besuch.

Einige der KünstlerInnen sind zur Eröffnung anwesend.